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Kiiking
Estlands Nationalsport begeistert und schwappt zu uns.

KIIKING - Entstehung in Estland

Die beiden Schaukel-Nationen weltweit sind Bayern und Estland.  Etwa 100 Jahre lang war es üblich, dass in Bayern zu den typischen Festen Schausteller in die Stadt und auf's Dorf kamen, Schiffschaukeln aufbauten und am Ende wieder weiterzogen. In der Volksseele der Esten ist das Schaukeln deutlich tiefer verankert:  In der baltischen Nation ist es eine jahrhunderte alte Tradition, dass auf Dorfplätzen fest installiert eine oder mehrere Schaukeln standen.  Sie waren meist Eigenbauten aus dem Dorf mit viel Holz und wenig teurem Eisen. Im Unterschied zu den bei uns typischen Spielplatz-Kinderschaukeln ist die typische Dorfschaukel in Estland eine Gemeinschafts-Schaukel für alle Generationen. Meist können mehrere Personen gemeinsam schaukeln.  Im Zuge der Alltags-Schaukel-Kultur der Esten wurden natürlich auch häufig Überschlagschaukeln gebaut und damit experimentiert.  Wie das über 100 Jahre alte Foto belegt, war das nicht ungefährlich.  Das Wort TÜV ist nicht Teil der estischen Sprache, aber dafür haben sie schöne Worte für Schaukel und schaukeln:  Nämlich Kiik und kiiking.

KIIKING Ado Kosk und die modernen Sport-Schaukeln

Der unbestrittene Gründer von dem, was wir heute unter Kiiking verstehen, ist Ado Kosk aus Estland.  Er war offenbar ein guter Sportler, der selbst seine Schaukeln bezwang, ein guter Kontrukteur, der die bis heute verbreitete Kiiking-Schaukel mit Teleskop-Armen erfand, baute und patentieren ließ, und ein guter Organisator, weil er Kiiking als organisierte Sportart mit festen Regeln etablierte.  1993 baute er nach russischem Vorbild zwei Holz-Schaukeln mit denen er Überschläge machen konnte. 1996 ist das Geburtsjahr von Kiiking:  Ado Kosk baute aus Metall erstmals eine Überschlagschaukel mit höhenverstellbarem Rahmen und testete sie.  Im schaukel-begeisterten Estland schaarten sich schnell Fans der neuen ultrahohen Schaukeln um Ado Kosk, Vereine und ein Verband wurden gegründet und 1997 wurden die ersten offiziellen Wettkämpfe ausgetragen.  Seitdem wird die neue Sportart offiziell als Kiiking bezeichnet und verbreitetet sich:  Auf Youtube erscheinen unter dem Begriff Kiiking hunderte von Videos .  Bei den Clips von Neuseeland über Europa bis nach Amerika sind oft Eigenbauten oder Nachbauten der Estischen Schaukeln zu sehen.  Auf Kiiking.ee, der Seite der Estonian Kiiking Association kann man eine Karte ansehen, auf der 17 Orte in Estland eingetragen sind, an denen Kiiking öffentlich oder als Verein angeboten wird. Kiiking genießt gerade durch Youtube aber auch durch eine Vielzahl an Artikeln und TV-Shows, eine enorme mediale Aufmerksamkeit: Es scheint aber nur relativ wenige Menschen zu geben, die tatsächlich mal eine Überschlag-Schaukel getestet haben und nur sehr wenige, die Kiiking als (Extrem-)Sportart betreiben. Ants Tamme von Kiiking.ee schätzt, dass es in ganz Estland nur etwa an etwa 35 Orten Kiiking-Schaukeln gibt.  Der auf der Expo 2015 geäußerte Traum einer Anerkennung von Kiiking als olympischer Disziplin, scheint in weiter Ferne zu liegen.

KIIKING Weltrekorde & BRD-Rekorde

Das Ziel der Sportart Kiiking ist es, einen Überschlag mit möglichst langer Länge des Schaukelarmes zu schaffen. Denn je länger der Arm, desto schwieriger wird der Überschlag. Der Weltrekord wurde ab 2012 von Ants Tamme mit 7,03 Meter gehalten.  2015 wurde er in Mailand im Estland-Pavillon der EXPO von Kaspar Taimsoo mit 7,15 Meter überboten. 2018 wurde der Weltrekord erneut verbessert auf 7,38 Meter durch Sven Saarpere aus Estland in Tallinn. Die Rekorde von den seltenen deutschen Teilnehmern bei offiziellen Kiiking-Wettkämpfen in Estland wurden zuletzt 2012 aufgestellt von Bastian Kunz mit 5,54 m und Bo Merten mit 5,64 m. Die inoffiziellen deutschen Rekorde liegen nach meinen Informationen bei Bastian Kunz aus Kassel bei 6,00 m, Kilian Forster aus Dresden mit 6,04 m, Jonas Schöne aus Bonn mit 6,05 m und Andre S. aus Oranienburg bei 6,14 Metern. Der Rekord von Andre S. von Kiiking Oberhavel von 2015 is per Video gut dokumentiert. Jonas Schöne von der German Kiiking Association in Bonn will versuchen erstmals offizielle deutsche Meisterschaften im Kiiking zu organisieren. Infos zu den genannten deutschen Kiiking-Rekordhaltern finden Sie hier.

KIIKING - Wie man den Überschlag schafft

Das mit über 1 Million Aufrufen meistgesehene Kiiking-Video auf Youtube ist ein gutes Anschauungs-Material, mit welcher Technik man schaukeln muss, um den Überschlag zu schaffen. Bild zum Vergrößern anklicken:

Gefahren von KIIKING / Überschlag-Schaukeln

Überschlag-Schaukeln sehen gefährlich aus. Die tatsächliche Gefahr dürfte jedoch deutlich niedriger als bei einem Trampolin liegen, etwa vergleichbar mit der Gefahr der Nutzung eines Fittness-Studios.  Was die Nutzung der Sicherungs-Systeme angeht ist Kiiking etwas weniger gefährlich als Bergsteigen, weil man immer an 4 Punkten gesichert ist.  Kiiking KANN gefährlich sein. Darum sollte es für jede Ü-Schaukel sichtbar ausgehängte Regeln geben (Beispiel).  Darum hier ein Versuch die möglichen Gefahren von Kiiking-Schaukeln und andern Überschlag-Schaukeln zu benennen:

1. Gefahr: Ein Zuschauer kann von der rotierenden Schaukel getroffen werden.  z.B. ein Kind welches in die Schaukelbahn läuft, kann von der Schaukel erschlagen werden.  Die Estonian Kiiking Association hat seit vielen Jahren die Auflage gemacht, dass bei Wettkämpfen immer ein Plastik- oder Metallgitter-Zaun um die Schaukel aufgebaut sein muss.  Trotzdem sieht man nur auf sehr wenigen Kiiking-Clips auf Youtube, dass um die Schaukeln ein Zaun aufgestellt wurde.

2. Gefahr: Absturz durch unsachgemäße Nutzung ohne Sicherung. Der Besitzer einer Überschlag-Schaukel hat dafür Sorge zu tragen, dass sie nur unter fachkundiger Aufsicht verwendet wird.  Der Schaukelarm muss außerhalb der Nutzung z.B. mit einem Fahrradschloss gesichert sein. Es darf nie passieren, dass Personen ungesichert schaukeln oder aus Unkenntniss, Leichtsinn, Trunkenheit oder Übermut sich keine Hand- und Fußsicherung anlegen lassen.

3. Gefahr: Fußverletzungen durch Umkippen im Stand.  Wenn die Fuß-Sicherung angelegt wird oder angelegt ist, muss immer vorher die Hand-Sicherung angelegt sein. Wenn nicht, kann es zu schweren Fuß-Verletzungen kommen, falls man mit den Füßen bereits angeschnallt ist und umkippt.  Hand- und Fußsicherungen sollten nur von geschulten Personen korrekt angelegt werden.

4. Gefahr: Schaukeln trotz gesundheitlicher / körperlicher Probleme. In den Nutzungs-Regeln von Überschlag-Schaukel sollte erwähnt werden, dass z.B. Menschen mit Herz- und Kreislaufproblemen, Bandscheiben- und Gelenkproblemen und Behinderungen nicht schaukeln dürfen.  HIER als Vorlage eine Haftungs-Freistellungs-Erklärung, die alle Personen ausfüllen müssen, die mit einer Schaukel der German Kiiking Association in Bonn schaukeln wollen.

5. Gefahr: Unfälle durch Materialfehler oder Materialermüdung. Diese Gefahr betrachte ich als die geringste, falls eine der seit über 20 Jahren bewährten estischen Kiiking-Schaukeln genutzt wird oder eine geprüfte andere Ü-Schaukel. Der Betreiber einer Schaukel hat Sorge zu tragen, dass seine Schaukel gemäß Anleitung ordentlich aufgestellt ist, die Bodenanker fest genug sind und alle Teile, incl. der Hand- und Beinsicherung, unbeschädigt sind. Das Maximalgewicht des Schaukelnden sollte nicht überschritten werden.  Beim Auf- und Abbau besteht erhöhte Gefahr durch Umkippen der Schaukel.

FAZIT: Von der über 20-jährigen Geschichte des modernen Kiiking-Sportes habe ich nur von einem Fall gehört, bei dem ein leichtsinniger Nutzer sich durch einen Absturz verletzt hat, weil er sich nicht angeschnallt hat. Damit dürfte Kiiking sogar weniger gefährlich sein als Autofahren.

Schaukeln ist ein Lebensbedürfnis, dass immer neue Formen findet

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